Worauf man bei Einlegesohlen für Kinder achten muss

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Kaum ein Kind läuft von Anfang an optimal. Doch sind Einlagen dann immer die beste Lösung? Und ab welchem Alter sind sie zu empfehlen? Wir geben Ihnen in diesem Beitrag Tipps rund um das Thema Einlagen für Kinder.

Zwischen Plattfuß und Knickfuß: Was verursacht Probleme?

Jeder Mensch kommt mit niedlichen, zarten, aber doch platten Füßen zur Welt. Die Muskulatur und auch die knöcherne Stützstruktur muss sich noch aufbauen. Erst wenn wir laufen lernen, wird der Fuß Belastung ausgesetzt. Dann wird er kräftiger und bildet ein sichtbar stützendes Längs- und Quergewölbe. Zunächst sieht das Ganze noch etwas ungelenk aus: Meist knicken die Füße ein und es dominieren die O-Beinchen.

Ab dem dritten Lebensjahr strecken sich die Kleinen. Und damit werden auch die Muskeln und Bänder länger und tragfähiger.

Nun geht es oft ins X-Bein über und die Füße knicken nach innen ein. Mädchen und Jungen im Kindergartenalter laufen "über den großen Onkel" oder stolpern einfach über die eigenen Füße. Eltern sind dann besorgt, ob die Fußstellung so bleibt und was sie unternehmen sollten.

Gern können Sie das Kind beim Kinderarzt vorstellen, falls es Bedenken bezüglich der Fußhaltung gibt. In der Regel ist die Knickfußhaltung bei Kindern bis zum 10. Lebensjahr allerdings völlig normal. Behalten Sie die Entwicklung der Füße gut im Auge und haken Sie beim Arzt nach, wenn Sie Fragen haben. Dies kann zum Beispiel bei den Vorsorgeuntersuchungen passieren.

Barfußlaufen ist gesund

Ansonsten heißt es: Barfußlaufen, wann immer es möglich ist! Die Fortbewegung auf den unterschiedlichsten Untergründen trainiert die Fußmuskulatur wie nichts anderes. Übrigens gilt das auch für Erwachsene.

Wer allerdings Probleme mit Wahrnehmung bzw. Sensibilität der Füße hat (u.a. bei Diabetes mellitus), sollte lieber auf das Barfußgehen verzichten, um sich vor Verletzungen zu schützen.

Bei welchen Diagnosen braucht mein Kind Schuheinlagen?

Es müssen also nicht bereits ab Kleinkindalter Einlagen verschrieben werden. Dies sollte nur bei medizinisch notwendigen Indikationen erfolgen.

Eine Therapie mit orthopädischen Einlegesohlen kann aber sehr wohl nötig sein, beispielsweise bei angeborenen Deformitäten wie Sichel- oder Klumpfuß oder neurologischen Erkrankungen wie einer Infantilen Cerebralparese. Dann erstellt der Orthopädie-Schuhtechniker passgenau Schuheinlagen oder Schuhzurichtungen, um dem Kind größtmögliche Bewegung zu verschaffen.

Zudem sind Einlagen für die Schuhe sinnvoll, wenn der Nachwuchs Schmerzen beim Gehen hat. Denn nicht jeder Knick-Senkfuß oder Plattfuß verwächst sich, indem sich das Fußgewölbe aufbaut. Bei orthopädischen Beschwerden sollte die Fehlstellung abgeklärt werden. Eine Einlage mit stützenden Elementen kann hier sinnvoll und schmerzlindernd sein.

Ab welchem Alter sind Einlagen für die Schuhe sinnvoll?

Ist die Grundschulzeit vorbei und das Kind hat weiterhin eine auffällig abnormale Fußstellung, ist eine Therapie mit Einlegesohlen eine mögliche, gute Lösung. Dennoch können Muskeln und Bänder unterstützt und damit beeinflusst werden. Weil dies nicht innerhalb weniger Wochen geschieht, ist ein Alter von 10 Jahren ein optimaler Behandlungsbeginn, um ein effizientes Ergebnis zu erzielen.

Mit Abschluss der Pubertät ist auch die Zeit der wirksamen Korrektur vorbei - ausgewachsene Füße können zwar entlastet und von Schmerzen befreit werden. Eine Heilung der Deformität klappt jedoch auch mit orthopädischen Einlagen nicht. "Jeder sollte deshalb auf seine Füße achten. Und damit früh anfangen", sagt Patrick Berkel, Orthopädie-Schuhmachermeister vom Sanitätshaus Beuthel in Wuppertal.

Er gibt auch Tipps, auf was man bei Einlagen für Kinder achten sollte:

  • Wie erwähnt: Nicht zu früh und nur bei extremen Diagnosen therapieren.
  • Keine Einlagen mit weichen Polsterungen bei Deformitäten.
  • Auf statische, passive Einlagen bei Kindern verzichten.
  • Sehr regelmäßig kontrollieren, ob die Einlagen und Schuhe noch passen: Kinderfüße wachsen recht schnell. Sind die Schuhe zu klein, wirkt dies kontraproduktiv auf den gesunden Fuß!
  • Darauf achten, dass ein Paar Einlagen nicht ausreichen. Auch Hausschuhe oder Sportschuhe brauchen ein stützendes Fußbett.

Viele Eltern wissen bereits, wie wichtig gutes Schuhwerk für die Entwicklung der Kinder ist. Die Füße tragen uns ein Leben lang. Ein aufrechter und gesunder Gang ist die Grundlage, um den Körper in Balance und frei von orthopädischen Beschwerden zu halten. Deshalb sollte man bei Kinderschuhen auf beste Qualität achten; hochwertige Verarbeitung, atmungsaktive Materialien, flexible Sohlen. Das trifft auch für Einlagen zu, die individuell auf jeden jungen Menschen zugeschnitten sein sollten.

In der Kinder-Orthopädie wird zunächst ein Abdruck des kleinen Fußes genommen, um danach genau die passende Fußbettung anzufertigen.

Was kosten Einlagen für Kinder?

Kinder und Jugendliche müssen für Schuheinlagen, die auf Rezept ärztlich verordnet sind, nichts zuzahlen. Die Krankenkassen übernehmen bis zum 18. Lebensjahr die Kosten dafür. Bitte achten Sie auf den entsprechenden Text auf der Verordnung.

Fazit zu den Einlegesohlen für Kinder

Kinderfüße sind in der Regel von Natur aus noch nicht in der idealen Form. Im Kleinkindalter treten häufig Plattfüße oder Knickfüße auf, die sich jedoch mit zunehmendem Wachstum und damit der Stärkung des Fußgewölbes verwachsen.

Einlagen für Kinder sind ab etwa 10 Jahren bis zum Ende der Pubertät sinnvoll. In dieser Zeit sind aktive Korrekturen möglich, weil sich die Füße noch im Wachstum befinden. Die häufigsten Diagnosen für Einlagen bei jungen Menschen sind Knickfüße. Außerdem gibt es angeborene Fußdeformitäten wie einen Klump- oder Sichelfuß, der effektiv mit Einlagen für die Schuhe gelindert werden kann.

Wichtig bei Kindern ist die regelmäßige Überprüfung der Passform und richtigen Größe, was wir für Sie kostenlos im Sanitätshaus übernehmen.

Haben Sie Fragen zu Einlegesohlen für Kinder? Kommt Ihr Kind mit den verordneten Einlagen zurecht? Einfach einen Kommentar hinterlassen.

 

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